Militärs
Premierleutnant Ostwald:
Plt. Ostwald ist als einziger Offizier und stellvertretender Kompaniechef während der dauerhaften Abwesenheit des Hauptmanns Schottelius stets und ständig mit der Erstellung und Erweiterung des Dienstplans beschäftigt, wobei er sein besonderes Augenmerk darauf richtet, dass alles zur Zufriedenheit seiner Durchlaucht, des allergnädigsten Landesherrn und Fürsten Herzog Carl
Wilhelm Ferdinand abläuft. Nicht zuletzt aufgrund dieser besonderen Intention sind in der Truppe Gerüchte im Umlauf, dass es sich bei Plt. Ostwald in Wahrheit um den kürzlich verschwundenen persönlichen Vertrauten des Herzogs, den Kammerherrn Florian zu
Osten-Waldeck, handeln soll. Ob er aber aufgrund einer ihm nachgesagten Affäre mit der Herzogin Augusta in Ungnade gefallen oder aber im
Geheimauftrag seiner Majestät der Truppe zugeteilt wurde, ist bisher ein gut gehütetes Geheimnis.
Oberjäger Lauszus:
Oberjäger Lauszus ist ein alter Veteran der Braunschweigischen Jägertruppen und hat bereits im Jahre 1759 als 17-Jähriger an der Schlacht von Minden teilgenommen. Als Oberjäger und damit Unteroffizier ist er für die Exerzier- und Waffenausbildung zuständig und sorgt – durchdrungen von Pflichtbewusstsein und Loyalität für die Sache des Herzogs – wie ein Vater für „seine“ Jäger. „Streng aber gerecht!“ ist seine Devise und manch leichter Stockschlag während der Ausbildung durchaus ein Hilfsmittel für den begriffsstutzigen Rekruten. Der Betroffene darf aber damit rechnen, nach Dienstschluss mit einem guten Schluck auf Rechnung des Ausbilders für die erlittene Unbill entschädigt zu werden. „Raue Schale, weicher Kern“ denken die Herren Jäger über ihren Unteroffizier und freuen sich, einen so gutmütigen und korrekten Vorgesetzten zu haben.
Jäger Wagner:
Jäger Wagner als ältester Angehöriger der Kompanie sollte eigentlich längst sein redlich verdientes Ruhegeld genießen, nichtsdestotrotz hat er sich ein weiteres Mal zu den Fahnen gemeldet. Nach eigenen Angaben hat er den ganzen Siebenjährigen Krieg mitgemacht, böse Zungen behaupten allerdings, er sei auch schon im Spanischen Erbfolgekrieg mit dabei gewesen. Aufgrund seiner Lebenserfahrung und Altersweisheit ist er hoch anerkannt und wird bei Streitigkeiten unter den Mannschaften, sei es um Spielschulden, Frauengeschichten oder dienstliche Verfehlungen, immer wieder als Schiedsrichter hinzugezogen.
Jäger Sepp:
Mit Jäger Sepp, den es aus unerfindlichen Gründen aus München in die braunschweigischen Reihen getrieben hat, ist das fröhliche Naturell des süddeutschen Menschenschlags Teil der Jägerkompanie geworden. Auch wenn das Wort Disziplin und der Befehl „Gebet acht“ nicht immer seine höchste Aufmerksamkeit finden, vermag ihm selbst der Oberjäger nicht lange gram zu sein. Nach Dienstschluss hält sich der Jäger Sepp zumeist in der Nähe der Marketenderei und der Kantiniers auf und nutzt seine guten Kontakte zu denselben, um manche Extraportion für die Kompanie zu ergattern.
Jäger Alsleben:
Jäger Alsleben hat es aus den Schreibstuben und Kontoren einer nicht näher genannten herzoglichen Brandkasse zur Truppe verschlagen, da er der Eintönigkeit und Langeweile seiner Tätigkeit als Kontorist zu entfliehen wünschte. Auch er hat im Siebenjährigen Krieg bereits einige Monate gedient, allerdings bei den preußischen Musketiers, lässt dies aber selten durchklingen. Seine privaten Hoffnungen und Wünsche hinsichtlich des Kriegszuges in Amerika behält er meist für sich, liebäugelt aber wohl damit, einst mit reicher Beute als gemachter Mann heimzukehren.
Jäger Werner:
Mit Jäger Werner, der zwar im Lande Braunschweig geboren wurde, dessen Vorfahren aber aus dem preußischen Osten stammen, haben auch die Eigenarten des ostpreußischen Volksschlages ihren Eingang zu den braunschweigischen Jägern gefunden. Von der Mannschaft wurde er mit der Verwaltung der gemeinschaftlichen Verpflegungskasse betraut und ist somit zuständig für die Beschaffung zusätzlicher Fourage und Ausrüstung. Zur Zeit ist Jäger Werner einem im Raum Wolfenbüttel umtriebigen Werbekommando zugeteilt, um weitere Männer für die Sache des Herzogs zu gewinnen.
Jäger Müller:
Jäger Müller ist ein alter Hase des Soldatenhandwerks. Der stoische Krieger mit dem Hang zu süffisantem Humor stammt ursprünglich aus Stade, dem jetzigen Einschiffungshafen der Braunschweigischen Truppen nach Amerika, und hat in der Vergangenheit schon so manchen Strauß mitgemacht. Nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs und seiner Entlassung aus den kurfürstlich-hannöverschen Truppen verschlug es ihn eine Zeitlang in den Mittelmeerraum, wo er in österreichischen und venezianischen Diensten und letztlich im Sold des Malteserordens die meiste Zeit über in den Kleinkrieg gegen die türkischen Osmanen verwickelt war. Der sich abzeichnende Krieg in Amerika gibt ihm Gelegenheit, seine aktuell ausgeübte Tätigkeit als Arztgehilfe hinter sich zu lassen und seiner Abenteuerlust ein weiteres Mal zu frönen. Zudem ist der Sold hoch und der Verdienst ausgezeichnet.
Jäger Harstick:
Jäger Harstick ist der Soldatenberuf ebenfalls nicht neu, da er nach eigenen Angaben in den letzten Jahren des Siebenjährigen Krieges schon eine Zeitlang bei den preußischen Feldjägern zu Fuß gedient hat. Zu sehr später Stunde lässt er manchmal durchblicken, dass ihm dort schon eine Unteroffiziers- wenn nicht gar Offiziersstelle gewunken habe, wenn ihm nicht der Frieden von Hubertusburg einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Aufgrund dessen legt er gleich dem Oberjäger sehr viel Wert auf die Einhaltung des Reglements und soldatisches Auftreten und geht seinen Kameraden damit häufig auf die Nerven. Nach Dienstschluss ist er jedoch ein fröhlicher Geselle, der gerne Jägerlatein aus seiner Zeit im Forstdienst des Fürstbischof von Münster zum Besten gibt.
Jäger Behre:
Jäger Behre hat schon vieles hinter sich. Er war Trainsoldat, Student, Fuhrmann, Schreiber, Zahlmeistergehilfe der V.O.C. (Vereenigde Oostindische Compagnie), Waldarbeiter und zuletzt sogar Gehilfe eines braunschweigischen Straßenbauingeneurs. Er hat für jedes Problem eine Lösung parat und sei es nur eine mehr oder weniger sinnvolle Lebensweisheit („Wer Würmer hat, ist nie allein…“). Obgleich als Ur-Wolfenbütteler Braunschweiger Bürger reinsten Wassers begreift er den Krieg in den englischen Kolonien als weitere Chance, Neues kennen zu lernen und spielt durchaus mit dem Gedanken, nach Kriegsende dort zu bleiben und sein Glück zu machen. Seit kurzem geht Jäger Behre im übrigen einer Nebentätigkeit als freier "Kunsthändler" nach, wobei wir über den Inhalt der von ihm unter der Hand im Kameradenkreise vertriebenen Druckwerke mit schamroter Miene schnellstmöglich den Mantel des Schweigens decken möchten.
Zivilpersonen
Miss Bertram:
Miss Bertram stammt nach eigenen Angaben aus der Nähe von Boston, wo sie auf der elterlichen Farm aufgewachsen ist. Wie ihre gesamte Familie ist auch Miss Bertram eine glühende Loyalistin und treue Parteigängerin der Krone. Letzteres führte allerdings dazu, dass sie 1775/1776 während der Belagerung von Boston durch die Rebellen seitens „patriotischer“ Nachbarn der Spionage bezichtigt wurde und gerade noch die Flucht ergreifen konnte. Ihr Weg führte sie mittlerweile nach Quebec, wo sie sich als Näherin und Wäscherin den britisch-braunschweigischen Truppen angeschlossen hat. Dabei hat sie die Hoffnung, im Rahmen des mit Sicherheit siegreichen Feldzuges zurück zu ihrer Familie zu gelangen, von der sie seit ihrer Flucht nichts mehr gehört hat. Dank ihrer deutsch-stämmigen Mutter verfügt sie zudem über ausreichend Sprachkenntnisse, um die guten Verdienstmöglichkeiten, die ihr die Arbeit für das Braunschweigische Truppenkontingent bietet, auch weidlich nutzen zu können.
Miss Blank:
Miss Blank ist eine Loyalistin aus Boston-City, wo ihr Vater, ein ehemaliger britischer Sergeant und Veteran des "French and Indian War", als Zollbeamter für die Krone tätig gewesen ist. Im Zuge der Räumung der Stadt durch die britischen Truppen im März 1776 musste auch die loyalistische Familie Blank unter Zurücklassung ihrer sämtlichen Habe Hals über Kopf nach Kanada fliehen. Nachdem Vater und Bruder umgehend der britischen Armee als Soldaten beigetreten sind, versucht die jetzt auf sich allein gestellte Miss Blank auf ihre Weise der Sache des Königs zu dienen. Folglich arbeitet auch sie für die von Kanada aus operierenden Verbände unter dem Oberbefehl von General „Gentleman Johnny“ Burgoyne, wobei sie überwiegend als Näherin und Wäscherin, zur Not aber auch als Hilfskraft des Feldschers tatkräftig mit anpackt. Gemeinsam mit Miss Bertram kümmert sie sich aktuell überwiegend um die Versorgung der Braunschweiger Hilfstruppen, zumal sie Dank einer langjährigen Bekanntschaft zu einigen deutschen Kolonistenfamilien über genügend Deutschkenntnisse verfügt.