Militärs



Oberjäger Lauszus:

Oberjäger Lauszus ist ein alter Veteran der Braunschweigischen Jägertruppen und hat bereits im Jahre 1759 als 17-Jähriger an der Schlacht von Minden teilgenommen. Als Oberjäger und damit Unteroffizier ist er für die Exerzier- und Waffenausbildung zuständig und sorgt – durchdrungen von Pflichtbewusstsein und Loyalität für die Sache des Herzogs – wie ein Vater für „seine“ Jäger. „Streng aber gerecht!“ ist seine Devise und manch leichter Stockschlag während der Ausbildung durchaus ein Hilfsmittel für den begriffsstutzigen Rekruten. Der Betroffene darf aber damit rechnen, nach Dienstschluss mit einem guten Schluck auf Rechnung des Ausbilders für die erlittene Unbill entschädigt zu werden. „Raue Schale, weicher Kern“ denken die Herren Jäger über ihren Unteroffizier und freuen sich, einen so gutmütigen und korrekten Vorgesetzten zu haben.



Hornbläser Sperlich:

Hornbläser Sperlich ist Musiker mit Leib und Seele und hat Dank dieser Passion schon ein bewegtes Leben hinter sich. Ursprünglich Kirchenmusikus an der Wolfenbüttler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis begann er nach dem Siebenjährigem Krieg eine Karriere als aufstrebender Hofmusiker an den fürstlichen Residenzen zu Braunschweig, Hannover und Bückeburg. Ein Jahr lang füllte er sogar das Amt des zweiten Kapellmeister am Residenzschloß in Celle aus. Bedauerlicherweise bescherte ihm der unerwartet frühe Tod der dorthin verbannten Welfenprinzessin und dänischen Königin Caroline Mathilde letzthin einen unerwarteten Karriereknick, der ihn zurück ins Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel führte. Da dort wider Erwarten - und aufgrund von Intrigen persönlicher Neider - die zugesagte Stelle im Hoforchester nicht frei war, musste er sich in den vergangenen Monaten als Musiklehrer verzogener junger Adliger und frecher Patriziersöhne mehr recht als schlecht durchschlagen. Diesen Lebens überdrüssig hat er nun spontan des Herzogs Rock genommen und ist der Jägerkompanie als etatmäßiger Waldhornbläser beigetreten. Sperlich beherrscht jedoch nicht nur das Waldhorn sondern auch manch anderes Instrument meisterlich und ist im Kreise seiner Kameraden hochbeliebt, da er mit seiner Kunst nicht geizt und selbigen gerne mal ein Ständchen bringt.




Jäger Alsleben:

Jäger Alsleben hat es aus den Schreibstuben und Kontoren einer nicht näher genannten herzoglichen Brandkasse zur Truppe verschlagen, da er der Eintönigkeit und Langeweile seiner Tätigkeit als Kontorist zu entfliehen wünschte. Auch er hat im Siebenjährigen Krieg bereits einige Monate gedient, allerdings bei den preußischen Musketiers, lässt dies aber selten durchklingen. Seine privaten Hoffnungen und Wünsche hinsichtlich des Kriegszuges in Amerika behält er meist für sich, liebäugelt aber wohl damit, einst mit reicher Beute als gemachter Mann heimzukehren.




Jäger Behre:

Jäger Behre hat schon vieles hinter sich. Er war Trainsoldat, Student, Fuhrmann, Schreiber, Zahlmeistergehilfe der V.O.C. (Vereenigde Oostindische Compagnie), Waldarbeiter und zuletzt sogar Gehilfe eines braunschweigischen Straßenbauingeneurs. Er hat für jedes Problem eine Lösung parat und sei es nur eine mehr oder weniger sinnvolle Lebensweisheit („Wer Würmer hat, ist nie allein…“). Obgleich als Ur-Wolfenbütteler Braunschweiger Bürger reinsten Wassers begreift er den Krieg in den englischen Kolonien als weitere Chance, Neues kennen zu lernen und spielt durchaus mit dem Gedanken, nach Kriegsende dort zu bleiben und sein Glück zu machen. Seit kurzem geht Jäger Behre im übrigen einer Nebentätigkeit als freier "Kunsthändler" nach, wobei wir über den Inhalt der von ihm unter der Hand im Kameradenkreise vertriebenen Druckwerke mit schamroter Miene schnellstmöglich den Mantel des Schweigens decken möchten.




Jäger Harstick:

Jäger Harstick ist der Soldatenberuf ebenfalls nicht neu, da er nach eigenen Angaben in den letzten Jahren des Siebenjährigen Krieges schon eine Zeitlang sowohl bei den braunschweigischen als auch den preußischen Jägern zu Fuß gedient hat. Zu sehr später Stunde lässt er manchmal durchblicken, dass ihm dort schon eine Unteroffiziers- wenn nicht gar Offiziersstelle gewunken habe, wenn ihm nicht der Frieden von Hubertusburg einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Aufgrund dessen legt er gleich dem Oberjäger sehr viel Wert auf die Einhaltung des Reglements und soldatisches Auftreten und geht seinen Kameraden damit häufig auf die Nerven. Nach Dienstschluss ist er jedoch ein fröhlicher Geselle, der gerne Jägerlatein aus seiner Zeit im Forstdienst des Fürstbischof von Münster zum Besten gibt.




Jäger Heyden:

Jäger Heyden ist vom Lebensalter zwar das jüngste Mitglied der 2. Kompanie, mit mittlerweile drei Dienstjahren in der braunschweigischen Armee jedoch ein erfahrener Soldat. Die Umsetzung des Reglements beherrscht er perfekt und ist damit der Augenstern des Oberjägers, der alles tut, um ihn von den unchristlichen Versuchungen des Soldatenstandes, namentlich des Glücksspiels, der Trunksucht und den Verlockungen heißblütiger Kokotten möglichst fern zu halten. Momentan sind Jäger Heyden solche Laster indes ziemlich gleichgültig, da er völlig davon durchdrungen ist, dass es endlich losgeht, damit er in den Kolonien „echte Wilde“ zu Gesicht bekommen kann, bevor der Krieg gegen die unbotmäßigen Rebellen schon vorbei ist. Dies glaubt zumindest der Oberjäger, auch wenn es unbestimmten Gerüchten zufolge da eine junge Dame von Stand geben soll, die dem jungen Krieger ständig feurige Blicke zuwirft und offensichtlich auch auf Gegenliebe stößt...




Jäger Müller zum Gedenken:

Jäger Müller ist ein alter Hase des Soldatenhandwerks. Der stoische Krieger mit dem Hang zu süffisantem Humor stammt ursprünglich aus Stade, dem jetzigen Einschiffungshafen der Braunschweigischen Truppen nach Amerika, und hat in der Vergangenheit schon so manchen Strauß mitgemacht. Nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs und seiner Entlassung aus den kurfürstlich-hannöverschen Truppen verschlug es ihn eine Zeitlang in den Mittelmeerraum, wo er in österreichischen und venezianischen Diensten und letztlich im Sold des Malteserordens die meiste Zeit über in den Kleinkrieg gegen die türkischen Osmanen verwickelt war. Der sich abzeichnende Krieg in Amerika gibt ihm Gelegenheit, seine aktuell ausgeübte Tätigkeit als Arztgehilfe hinter sich zu lassen und seiner Abenteuerlust ein weiteres Mal zu frönen. Zudem ist der Sold hoch und der Verdienst ausgezeichnet.




Jäger Schüller:

Jäger Schüller war als reisender Student eigentlich auf dem Rückweg zu seinem Studienort, der altehrwürdigen Universitätsstadt Helmstedt, als er sich in einer Wolfenbütteler Taverne bei mehreren Stübchen heimischen Bieres auf ein nachteiliges Kartenspiel mit einer Gruppe Soldaten einließ. Nach dem Verlust seiner gesamten Barschaft überredete ihn dann der Gewinner derselbigen, ein gewisser Jäger Behre, den Schaden durch Annahme des Handgeldes bei Eintritt in die Braunschweiger Armee wieder wett zu machen. Jäger Schüller, der als Mitglied eines – geheimen – Studentenordens bereits zahlreiche Duelle hinter sich hat, sieht den kommenden Kriegszug ganz pragmatisch als Ehrenhandel zwischen dem englischen König und den aufständischen Kolonisten, in dem nun auch er seinen Mann zu stehen hat. Im übrigen hegt er die Absicht, sein nunmehr zwangsläufig unterbrochenes Universitätsstudium nach seiner zweifellos baldigen Rückkehr umgehend fortzusetzen, nicht ohne zwischenzeitlich seinen unbändigen Wissensdurst durch praktische Lebenserfahrung und das Bereisen der fernen englischen Kolonien gestillt zu haben.




Jäger Sepp:

Mit Jäger Sepp, den es aus unerfindlichen Gründen aus München in die braunschweigischen Reihen getrieben hat, ist das fröhliche Naturell des süddeutschen Menschenschlags Teil der Jägerkompanie geworden. Auch wenn das Wort Disziplin und der Befehl „Gebet acht“ nicht immer seine höchste Aufmerksamkeit finden, vermag ihm selbst der Oberjäger nicht lange gram zu sein. Nach Dienstschluss hält sich der Jäger Sepp zumeist in der Nähe der Marketenderei und der Kantiniers auf und nutzt seine guten Kontakte zu denselben, um manche Extraportion für die Kompanie zu ergattern.




Jäger Wagner:

Jäger Wagner als ältester Angehöriger der Kompanie sollte eigentlich längst sein redlich verdientes Ruhegeld genießen, nichtsdestotrotz hat er sich ein weiteres Mal zu den Fahnen gemeldet. Nach eigenen Angaben hat er den ganzen Siebenjährigen Krieg mitgemacht, böse Zungen behaupten allerdings, er sei auch schon im Spanischen Erbfolgekrieg mit dabei gewesen. Aufgrund seiner Lebenserfahrung und Altersweisheit ist er hoch anerkannt und wird bei Streitigkeiten unter den Mannschaften, sei es um Spielschulden, Frauengeschichten oder dienstliche Verfehlungen, immer wieder als Schiedsrichter hinzugezogen.




Jäger Werner:

Mit Jäger Werner, der zwar im Lande Braunschweig geboren wurde, dessen Vorfahren aber aus dem Gebiet um Königsberg stammen, haben auch die Eigenarten des ostpreußischen Volksschlages ihren Weg zu den braunschweigischen Truppen gefunden. Auch er war bereits während des Siebenjährigen Krieges einige Jahre Soldat und hat seit seiner ehrenvollen Entlassung sein durch den Krieg unterbrochenes Studium der Rechte abgeschlossen und zuletzt als Advokat in der Kanzlei seines Schwiegervaters in Schöppenstedt gearbeitet. Bedauerlicherweise befand er sich in einem jahrelangen Streit mit seiner zänkischen Schwiegermutter, der darin gipfelte, dass diese im Wege einer Petition die herzoglich-braunschweigischen Behörden darum bat, ihren „liederlichen“ Schwiegersohn unter die Soldaten zu nehmen und umgehend nach Amerika zu schicken. Des ständigen Gezänks überdrüssig, hat Jäger Werner die Gelegenheit genutzt und das gute Handgeld mit dem festen Vorsatz genommen, zukünftig seine Fähigkeiten nutzbringend zum eigenen Vorteil einzusetzen und in der Neuen Welt sein Lebensglück zu finden. Als alter Veteran ist er dem steten Tabakgenuss und einem gelegentlichen Spielchen nicht abgeneigt. Zur Zeit nimmt Jäger Werner nämlich Wetten an, welcher Vorgesetzte auf der Überfahrt als erster seekrank wird und über der Reeling hängt…





Zivilpersonen



Miss Bertram:

Miss Bertram stammt nach eigenen Angaben aus der Nähe von Boston, wo sie auf der elterlichen Farm aufgewachsen ist. Wie ihre gesamte Familie ist auch Miss Bertram eine glühende Loyalistin und treue Parteigängerin der Krone. Letzteres führte allerdings dazu, dass sie 1775/1776 während der Belagerung von Boston durch die Rebellen seitens „patriotischer“ Nachbarn der Spionage bezichtigt wurde und gerade noch die Flucht ergreifen konnte. Ihr Weg führte sie mittlerweile nach Quebec, wo sie sich als Näherin und Wäscherin den britisch-braunschweigischen Truppen angeschlossen hat. Dabei hat sie die Hoffnung, im Rahmen des mit Sicherheit siegreichen Feldzuges zurück zu ihrer Familie zu gelangen, von der sie seit ihrer Flucht nichts mehr gehört hat. Dank ihrer deutsch-stämmigen Mutter verfügt sie zudem über ausreichend Sprachkenntnisse, um die guten Verdienstmöglichkeiten, die ihr die Arbeit für das Braunschweigische Truppenkontingent bietet, auch weidlich nutzen zu können.




Miss Blank:

Miss Blank ist eine Loyalistin aus Boston-City, wo ihr Vater, ein ehemaliger britischer Sergeant und Veteran des "French and Indian War", als Zollbeamter für die Krone tätig gewesen ist. Im Zuge der Räumung der Stadt durch die britischen Truppen im März 1776 musste auch die loyalistische Familie Blank unter Zurücklassung ihrer sämtlichen Habe Hals über Kopf nach Kanada fliehen. Nachdem Vater und Bruder umgehend der britischen Armee als Soldaten beigetreten sind, versucht die jetzt auf sich allein gestellte Miss Blank auf ihre Weise der Sache des Königs zu dienen. Folglich arbeitet auch sie für die von Kanada aus operierenden Verbände unter dem Oberbefehl von General „Gentleman Johnny“ Burgoyne, wobei sie überwiegend als Näherin und Wäscherin, zur Not aber auch als Hilfskraft des Feldschers tatkräftig mit anpackt. Gemeinsam mit Miss Bertram kümmert sie sich aktuell überwiegend um die Versorgung der Braunschweiger Hilfstruppen, zumal sie Dank einer langjährigen Bekanntschaft zu einigen deutschen Kolonistenfamilien über genügend Deutschkenntnisse verfügt.