Der Weg nach Kanada

Am 22. Februar 1776 verließ die 1. Division Braunschweig und traf nach 13 Wochen, am 1. Juni, vor Quebec City, Kanada, ein. Die 2. Division mit den Jägern verließ Braunschweig am 21. März 1776 und kam in Quebec erst am 17. September an.
Der Marsch von Wolfenbüttel über Braunschweig, Gifhorn, Buxtehude nach Stade zum Einschiffen verlief ohne besondere Ereignisse, nicht ein einziger Soldat desertierte.
Von Wolfenbüttel aus...
...über Gifhorn...
... erreichten die Truppen Stade.
Ein harter, langer Weg von Wolfenbüttel nach Quebec im Jahre 1776, und im Folgejahr 1777 über die Schlachten bei Ft. Tinconderoga, Hubbardton, Bennington nach Saratoga...
In Stade wurden die Soldaten eingeschifft und nach Portsmouth, England, gebracht. Hier ankerten die Schiffe fünf Tage, es fand eine Nachmusterung statt und weitere Ausrüstungsgegenstände wurden aus britischen Beständen verteilt. Dann segelte der Konvoi nach Nordamerika und erreichte am 1. Juni die Stadt Quebec.
Gleich nach ihrem Eintreffen wurde die 1. Division in Kampfhandlungen verwickelt. Im Raum Montreal - Sorel und am Richelieu-River kam es zu Gefechten mit den Rebellen, die bis zum Lake Champlain zurückgetrrieben wurden. Eine weitere Verfolgung war hier nicht mehr möglich, weil den Braunschweigern Boote fehlten. Straßenverbindungen existierten noch nicht, nur alte Indianerpfade führten durch die weite Wildnis.
Die 2. Division, bei der sich die Jäger befanden, wurde am 25.9.1776 bei Trois Riviere ausgeschifft und marschierte in Richtung Fort Chambly am Richelieu River. Das Fort lag an einer der wichtigsten Wasserverbindungen des Landes, ursprünglich von den Franzosen errichtet und inzwischen von den Amerikanern zerstört. Die 2. Kompanie des Leichten Infantiere-Bataillons von Barner, die Jägereinheit, befand sich als erste bei der Hauptarmee und wurde in Kämpfe verwickelt. Der Rest des Bataillons blieb in Point du Ferund auf der Insel Ile aux Noix. Durch die späte Jahreszeit war an einen großen Gegenschlag der Englisch-Braunschweigischen Truppen nicht mehr zu denken, aber es kam zur Seeschlacht bei der Insel Valcour und der Vernichtung der amerikanischen Flotte unter General Arnold im Lake Champlain.
Die alliierte Armee trieb die Rebellen bis zum Fort Crown Point zurück. Ein Versuch, die Forts Ticonderoga und Mount Independence anzugreifen, musste aufgegeben werden, weil die Amerikaner in diesem Gebiet über 12.000 Soldaten versammelt hatten. Der einbrechende Winter zwang die Truppen, sich in die Winterquartiere zurückzuziehen. Die Braunschweiger wurden in den Städten Sorel, Trois Riviere, Yamaska und St. Francois am St. Lawrence-River untergebracht. Schon am 27. Juni 1775 hatte George Washington den Angriff auf die kanadische Stadt Quebec befohlen. Nach diesem für die Rebellen bitteren Jahr 1776 zogen sie sich ebenfalls in die Winterquartiere zurück.
Im Juni 1777 brachen die Braunschweiger wieder auf und schlossen sich der Hauptarmee an. Alle braunschweigischen Truppen ließen je eine Kompanie in Kanada zurück. Diese Kompanien wurden zusammengefasst unter dem Bataillon Ehrenkrook. Das Bataillon hatte die Aufgabe, Kanada zu schützen, während die Hauptarmee gegen die Rebellen operierte. Am 6. Juli nahmen die braunschweigischen Truppen die starken Befestigungen von Mount Independence kampflos ein. Zu gleicher Zeit nahmen die Engländer die starke Festung Ticonderoga kampflos ein - die Rebellen verließen beim Anmarsch der Truppen die Festung fluchtartig und hinterließen große Vorräte an Kriegsmaterial und Proviant. Bei der Verfolgung der Rebellen überraschte die englische Infanterie unter General Fraser eine starke amerikanische Nachhut bei Hubbardton im heutigen Vermont. Die zahlenmäßig unterlegenen Engländer gerieten in eine sehr schwierige Lage und konnten nur durch den Einsatz braunschweiger Truppen gerettet werden. Die Rebellen erlitten eine empfindliche Niederlage.
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